Liz Gloyn: Tracking Classical Monsters in Popular Culture (Buchbesprechung)

Antike Monster sind überall!

Freund*innen von Horror und Fantasy treffen in der Populärkultur immer wieder auf Kreaturen, die der antiken Mythologie entstammen. Da Bücher, Filme und Spiele oft sehr prägend für ihre Konsument*innen sein können, ist davon auszugehen, dass nicht wenige Menschen ihr Bild von der antiken Mythologie über die Populärkultur erhalten. Dementsprechend liegt es auf der Hand, dieses Phänomen wissenschaftlich näher zu ergründen.

Tracking Classical Monsters in Popular Culture

Mit ihrem Buch „Tracking Classical Monsters in Popular Culture“ hat Autorin Liz Gloyn (Royal Holloway, University of London) kürzlich eine spannende Studie über dieses Auftreten antiker Monster in der modernen Populärkultur vorgelegt. Da es sich um ein eher dünnes Buch handelt (228 Seiten) nähert sich Liz Gloyn ihrem Forschungsgegenstand nach einführenden Überlegungen über ausgewählte Beispiele an.

Zu diesen Beispielen zählen die Filme von Ray Harryhausen und seinen Zeitgenoss*innen, der moderne Sandalenfilm und ganz besonders auch die Serien „Hercules: The Legendary Journeys“, „Xena: Warrior Princess“ und „Doctor Who„. Zwei abschließende Kapitel rücken außerdem die Medusa und den Minotaurus in den Vordergrund.

Stärken und Schwächen der Studie

Zu den vielen Vorzügen des Buchs zählt unter anderem, dass Liz Gloyn ihre altertumswissenschaftliche Ausbildung mit den Monster Studies verknüpft und dass sie über eine ausgeprägte Expertise verfügt, was damit zusammenhängt, dass sie ihre Fallbeispiele auf Basis ihrer persönlichen Interessen ausgewählt hat.

Eine Schwäche ist ganz klar, dass die Untersuchung ausschließlich englischsprachige Literatur verwendet, wodurch die restliche Forschung vollständig ausgeklammert wird, was ich für sehr problematisch halte. Auch kommt das Horror-Genre ziemlich kurz.

Ausführliche Besprechung auf Sehepunkte

Wenn diese Kurzbeschreibung des Buchs Euer Interesse weckt, könnt Ihr bei Sehepunkte meine ausführliche Rezension finden.

Weiterführende Literatur

Etwa zeitgleich mit diesem Buch ist auch Katarzyna Marciniaks umfangreicher Sammelband „Chasing Mythical Beasts: The Reception of Ancient Monsters in Children’s and Young Adults‘ Culture“ erschienen (Heidelberg 2020), für den auch Liz Gloyn einen Beitrag verfasst hat.

Liz Gloyn: Tracking Classical Monsters in Popular Culture, London/New York 2020.

Tracking Classical Monsters in Popular Culture
Photo: Michael Kleu

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