Dr. Michael Kleu

Dr. Michael Kleu und fantastischeantike.de

Kindheit und Jugend im Zeichen der Populärkultur

Dr. Michael Kleu gehört dem Jahrgang 1978 an und wuchs im kleinen Dörfchen Kelz (Kreis Düren) auf, wo er dann auch die ersten 20 Jahre seines Lebens verbrachte. Wie es für Menschen seines Alters wohl nicht unüblich ist, waren Kindheit und Jugend einerseits vom Spielen in der freien Natur, andererseits aber auch von Film und Fernsehen, Computerspielen, Comics und besonders auch Pen-&-Paper-Rollenspielen geprägt. Man kann also sagen, dass er seit frühester Kindheit eine ordentliche Portion Populärkultur in sich aufgesaugt hat.

Populärkultur & Alte Geschichte

So war es dann wohl auch primär die Populärkultur in Form der sogenannten Sandalenfilme, über die Michael Kleu eine Leidenschaft für das Altertum entwickelte, wobei es ihm – vielleicht wegen des Kirk-Douglas-Films Die Fahrten des Odysseus (1954) – besonders das antike Griechenland angetan hatte. Ein weiterer Film, der ihn sehr prägte, war Spartacus (1960), in dem wiederum Kirk Douglas den Titelhelden spielte. Somit entwickelte Michael Kleu über Film und Fernsehen nicht nur eine große Liebe zu Griechenland, sondern gleichzeitig auch eine gewisse Reserviertheit gegenüber dem Imperium Romanum.

Auch bei den Computerspielen hatte er spätestens seit Civilization I und Caesar II ein Faible für Settings aus dem Bereich der Geschichte entwickelt. Etwas später gesellten sich dann historische Romane von Gisbert Haefs hinzu, die eine lebenslange Begeisterung für den karthagischen Feldherren Hannibal weckten, wobei ihm auch die beiden Bücher über Alexander den Großen gefielen.

Selbstverständlich dürfen an dieser Stelle die Asterix-Comics nicht fehlen, die ebenfalls eine wichtige Rolle in Michael Kleus Kindheit und Jugend spielten und die sicherlich auch zu einer etwas anti-römischen Grundeinstellung beitrugen. (Zugegeben: So ein bisschen mag er die Römer gelegentlich schon. Gelegentlich.)

Studium und Promotion

Da die Begeisterung für alles Historische nie nachließ, stand am Gymnasium schnell fest, dass bei den Leistungskursen auf jeden Fall Geschichte dabei sein muss. Ebenso kam beim anschließenden Studium natürlich nur etwas Historisches in Betracht. Und da Michael Kleu sehr gut zu den damaligen Magisterstudiengängen passte, blühte er im Geschichtsstudium geradezu auf, was schließlich zu einer Promotion in Alter Geschichte führte, bei der es um die Seepolitik Philipps V. von Makedonien ging.

Das Interesse an Philipp V. basierte auf Michael Kleus Begeisterung für den Hellenismus, die spätestens während seines Erasmus-Semesters an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki (Griechenland) erwachte. Da passte es nur zu gut, dass Philipp V. König von Makedonien und somit ein Nachfolger Alexanders des Großen war. Außerdem war er ein Bundesgenosse des heiß geliebten Hannibal im gemeinsamen Krieg gegen das nicht ganz so geliebte Rom gewesen. (Auffällig ist wohl, dass das Interesse an Spartacus, Hannibal und Philipp V. auf größere Sympathien für Underdogs hinweist.)

So ergab es sich dann, dass Michael Kleu 13 Jahre lang als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Köln, Mannheim und Bonn Alte Geschichte unterrichtete.

Alte Geschichte und Phantastik

Bereits während des Studiums hatte sich Michael Kleu von einem Freund ein Buch mit Scifi-Kurzgeschichten des Autors Isaac Asimov ausgeliehen, das er aber – wie das manchmal eben so ist – erst Jahre später zu seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die Hand nahm und las.

Bei der Lektüre staunte er nicht schlecht, als in einer dieser Kurzgeschichten mit Demetrios Poliorketes ein Vorfahre Philipps V. Erwähnung fand und sich eine andere Erzählung ganz zentral um Hannibal und Karthago drehte. So etwas hatte er definitiv nicht in einem Scifi-Buch erwartet, weshalb ihm diese Sache keine Ruhe ließ.

fantastischeantike.de

Im Gespräch mit befreundeten Kolleg*innen zeigte sich, dass auch diesen ähnliche Phänomene in anderen Werken aus den Bereichen Science Fiction, Horror und Fantasy aufgefallen waren. Aus diesen Gesprächen ergab sich 2015 an der Universität zu Köln eine kleine Tagung zur Antikenrezeption in der Science-Fiction-Literatur, die die Grundlage für den späteren Sammelband zur Antikenrezeption in der Science Fiction (2019) bildete.

Im Dezember 2017 erblickte dann der Blog fantastischeantike.de das Licht der digitalen Welt, bevor 2020 und 2023 die Sammelbände zur Antikenrezeption in der Fantasy bzw. zur Antikenrezeption im Horror folgten.

Während die Bücher die drei großen Unterbereiche der Phantastik abdecken und – zumindest vorläufig – eine abgeschlossene Trilogie bilden, erscheinen auf dem Blog sowie im zugehörigen Podcast monatlich weiterhin neue Untersuchungen zu Horror, Fantasy und Science Fiction.

Fazit

Aus rückblickender Perspektive betrachtet erscheint es fast schon vorprogrammiert gewesen zu sein, dass Michael Kleu ausgerechnet mit der Antikenrezeption in der Phantastik sein ganz persönliches Steckenpferd gefunden hat. Antike und Phantastik gehören für ihn einfach zusammen!

Vita und Publikationen

Wer sich einen Überblick über Michael Kleus beruflichen Werdegang und seine Publikationen machen möchte, findet hier Vita und Literaturverzeichnis.

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