Antikenrezeption in „A Game of Thrones“ (Beitrag von Simon Peters)

Einleitung Die Bücher von George R.R. Martin und die nach dem ersten Roman der Reihe benannte TV Show von HBO waren in den letzten Jahren kaum zu umgehen. Trotz des bitteren Nachgeschmacks der meisten Fans zur letzten Staffel der Serie dürfte jeder, der halbwegs in den Bereichen Geschichte, Fantasy oder aufwendigen und plotgeladenen Serien interessiert ist mittlerweile zumindest eine Folge der Serie gesehen haben. An dieser Stelle möchte ich einen Kommentar der Sunday Times zu J.R.R. Tolkiens literarischem Werk auf Game of Thrones übertragen: „The English-speaking world is divided into those who have read The Hobbit and The Lord oft he Rings and those who are going to read them“. Ergänzt man hier das Wort read um das Wort see wird der Kommentar in Anbetracht des kulturellen Phänomens, das GoT darstellte, umso wirkvoller. Warum verwende ich gerade in einem Artikel über Game of Thrones einen Kommentar zum Schöpfer Mittelerdes? Tolkien war nach eigener Aussage eines der größten Vorbilder Martins als er die Geschichte über und um den Eisernen Thron von Westeros erschuf. Und nicht nur bei Tolkien hat er sich reichlich bedient. Die Welt von Game of Thrones mag zwar gefüllt sein mit mittelalterlichen Elementen, orientiert sich aber besonders visuell an bekannten Bildern aus der Antike. Dieser Artikel soll diese Referenzen in verschiedenen Ebenen der Serie und den Büchern nennen. Sieht man sich im Internet genauer um gibt es zwar genügend Artikel wie diesen, allerdings entdeckt jeder Autor vielleicht ein zwei neue Parallelen zwischen Game of Thrones und der antiken Geschichte und dieser Artikel hat den Anspruch, viele von ihnen zu bündeln. Ich habe ihn in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil möchte ich eher offensichtliche Referenzen in der Welt, Kultur und Background-Geschichte der Welt von Game of Thrones nennen, bevor ich im zweiten Teil Schicksale oder Merkmale antiker Persönlichkeiten auf Charaktere in GoT übertrage. Aber genug geschrieben. Architektur Die Mauer = der Hadrianswall Die Mauer in GoT trennt die zivilisierte Welt im Süden vom barbarischen Norden. Sie wird von der Nachtwache bewacht und bis zum Auftauchen der Weißen Wanderer in der Serie ist das einzige, was dahinter liegen soll ein barbarisches Volk, in Westeros Wildlinge genannt. Martin hat diese Entlehnung offen zugegeben. Die Mauer in Game of Thrones, wenn auch deutlich höher als ihr Gegenstück im Norden Britanniens, ist vom Hadrianswall inspiriert. Außerdem interessant: dreht man die irische Insel um 180° und „klebt“ sie im Süden an die britische ergibt sie die Karte des Kontinents von Westeros. Die Mauer liegt auf dieser Karte exakt an derselben Stelle wie der Hadrianswall in Britannien. Jeder der noch nichts von dieser geographischen Referenz wusste, sollte unbedingt einmal Westeros = Great Britain in die Google Bildersuche eingeben. Arena von Meeren = Kolosseum In der Stadt Meeren auf dem Kontinent Essos können allgemein viele Bauwerke antiker Natur entdeckt werden. Das Stadttor, bestehend aus riesigen Statuen, die die Stadt auf ihrem Rücken tragen, erinnert an verschiedene Totentempel aus dem alten Ägypten. Das Stadtbild wird von drei Pyramiden dominiert, die zwar wenig Ähnlichkeit mit den bekannten … Antikenrezeption in „A Game of Thrones“ (Beitrag von Simon Peters) weiterlesen